Freud und Leid liegen manchmal so nah beieinander, sagt man. Es folgt ein Beispiel: Der Kälte-Kopfschmerz. Ein Phänomen, das beim Genuss eiskalter Speisen oder Getränke auftreten kann. Man schleckt ein köstliches Vanilleeis und plötzlich schießt blitzartig ein intensiver Schmerz in die Stirn. Betroffene beschreiben es oft "als würde das Gehirn einfrieren".
Den Engländern auch bekannt auch als "icecream-headache" (Eiscreme-Kopfschmerz) oder flapsig als "Hirnfrost" tituliert, sucht der Kälte-Kopfschmerz nach Schätzungen angeblich ein Drittel aller Menschen heim. Müssen die Betroffenen sich sorgen? Wir haben mit dem Neurologen Professor Stefan Evers gesprochen, Kopfschmerzexperte an der Universität Münster.
Bei einigen Menschen führt eine starke Abkühlung des Mundraumes zu einem starken, dumpfen und beidseitigen Kopfschmerz. Beispielsweise ein Eiswürfel oder auch sehr kalte Getränke können diesen Effekt auslösen. Der Zustand kann von wenigen Minuten, bis hin zu einigen Stunden andauern.
Woher der Schmerz kommt, weiß keiner ganz genau. Aber es gibt eine Theorie: Durch den plötzlichen Kältereiz weiten sich die Blutgefäße. In der Wand jedes Blutgefäßes laufen Nervenfasern. Diese missinterpretieren das Signal der Weitstellung und senden Signale an das Gehirn. Diese lösen dann die Kopfschmerzen aus.
Ganz trivial: Kälte vermeiden. Wenn das nicht möglich ist, dann helfen klassische Schmerzmittel wie Acetysalicysäure oder Ibuprofen. Allerdings sind sie leider nicht immer wirklich effektiv. Oftmals spüren Betroffene trotz der Medikamente immer noch einen dumpfen Schmerz. Vorbeugend eingenommen kann der Wirkstoff Indometacin vor dem Kälte-Kopfscherz schützen.
Als Trost für die Betroffenen: Nein. Ganz und gar nicht.
In der Tat tritt er bei Migräne-Patienten etwas häufiger auf, als bei anderen Menschen.
Sophie Kelm / www.apotheken-umschau.de;
20.01.2010, aktualisiert am 08.02.2012
Bildnachweis: W&B/Privat, Thinkstock/istockphoto
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